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14 Jahre Kölner Krippenweg



Als 1996 anlässlich des Weltkrippenkongresses in Köln der 1. Kölner Krippenweg organisiert wurde, ahnte noch niemand, dass sich die Veranstaltung zu einer äußerst beliebten jährlichen Reihe entwickeln würde. Ursprünglich „nur“ als Rahmenprogramm für das internationale Treffen der Krippenfreunde geplant, stieß die Ausstellung von Krippen in Schaufenstern von Geschäften, Institutionen und auf Weihnachtsmärkten jedoch auf überraschend hohes Gefallen seitens der Öffentlichkeit und führte zu der Entscheidung, den Krippenweg im nächsten Jahr fortzusetzen.

 

Von Anfang an waren die Organisatoren um hohe inhaltliche Qualität und Vielfalt bemüht. Wer den Krippenweg über die Jahre verfolgt hat, wird sich vielleicht noch an einige besonders schöne Programmpunkte erinnern:



1996 wird neben dem 1. Kölner Krippenweg auch die Ausstellung „Kölner Kirchenkrippen“ in St. Michael gezeigt. Rund 30 der bedeutendsten Kölner Kirchenkrippen werden von den Krippenbauern aus den Gemeinden und den Kölner Krippenfreunden mit hohem Aufwand in der neoromanischen Kirche am Brüsseler Platz errichtet. Die ehrenamtlichen Kräfte arbeiten mit überaus großem Einsatz an der Präsentation der Krippen; es werden sogar Nachtschichten in der Kirche mit kurzen Schlafpausen hinter dem Altar oder in Krypta eingelegt. Glücklicherweise trägt der Hausherr, Herr Pastor Dr. Winfried Hamelbeck, das Geschehen mit Fassung und Humor. Über 20.000 Besucher innerhalb von drei Wochen lassen die Ausstellung zu einem großen Erfolg werden.



1997 kommt das Jesuskind auf Schienen nach Köln: Zum ersten Mal außerhalb von Österreich im Einsatz, rollt ein alter Eisenbahnwaggon der österreichischen Bahn aus Steyr in die Domstadt und residiert für 6 Wochen auf Gleis 1 im Kölner Hauptbahnhof. Im Inneren eröffnet sich dem Besucher nicht nur eine 17 qm große Krippenlandschaft mit über 1.100 handbemalten Figuren, sondern auch noch eine Außenstelle des Sonderpostamtes Christkindl. Gern hätten wir den Waggon nochmals nach Köln geholt, aber leider wurde die Krippe inzwischen ausgebaut. Sie wird nun dauerhaft in Steyr ausgestellt. Ein weiterer Höhepunkt des 2. Kölner Krippenwegs ist die „Lebende Weihnachtskrippe“ im großen Stall am Kölner Rheinufer, bevölkert von Ochs und Esel, Schafen, Ziegen und drei riesigen Kamelen. „Tierschützer“ bieten im damals sehr kalten Winter besorgt Decken für die Tiere an, ein Service, welcher der betreibenden Schausteller-Familie und den nicht weit entfernt auf der Domplatte campierenden Obdachlosen nicht offeriert wird… Weiterhin fällt in diesem Jahr der Startschuss für die Kölner Stadtkrippe, die erstmalig – mit der Gruppe der Heiligen Familie – im Brunnen auf dem Roncalliplatz aufgestellt wird. Den Entwurf des jährlichen Plakatmotivs übernimmt ab 1997 die Künstlerin Gine Weber, die seitdem jedes Jahr dem Krippenweg sein ansprechendes „Gesicht“ gibt.



1998 steht der Krippenweg im Zeichen erzgebirgischer Weihnachtstradition. Zum zweiten Male findet eine Sonderausstellung in St. Michael statt. Wunderschöne weihnachtliche Darstellungen aus dem Erzgebirge, darunter Bergmannskrippen und historische mechanische Krippen ziehen zahlreiche Besucher an. Anlässlich der Ausstellung wird eine Künstlerplakette aus Bronze mit dem Bild des erzgebirgischen Lichterengels präsentiert. In der Stadtkrippe halten – rechtzeitig zur 750-Jahrfeier des Kölner Doms – die Figuren der Heiligen Drei Könige Einzug.



1999 wächst der Krippenweg von ursprünglich 50 auf 80 Stationen an. Zahlreiche Kölner Kirchen lassen sich mit ihren Krippen in das Begleitheft eintragen. Erstmals wird mitten im frisch sanierten Kölner Hauptbahnhof eine Krippe aufgestellt und der Krippenweg dort eröffnet. Schirmherr Hans-Jürgen Wischnewski hält die Begrüßungsansprache und weist auf den inhaltlichen Bezug des Krippenwegs zu Bethlehem hin, der Geburtsstadt Jesu Christi, durch eine Städtepartnerschaft seit 1996 mit Köln verbunden. Die Stadtkrippe wird um einen Hirten mit Schaf erweitert; eine Stiftung des Unternehmens Klosterfrau, wie auch bereits die Könige.



2000 Jahre nach Christi Geburt und kein Friede im Heiligen Land. Der Krippenweg engagiert sich mit einer Spendenaktion und sammelt Geld für das Krankenhaus „Zur Heiligen Familie“ in Bethlehem. Auch das Plakatmotiv und die Krippe im Kölner Hauptbahnhof sind Bethlehem gewidmet und stellen die Türme der Geburtskirche, des griechisch-orthodoxen Klosters, der Omar-Moschee, der lutherischen Weihnachtskirche und der syrisch-orthodoxen Kirche dar. Auch der Kölner Dom ragt im Panorama auf; als Zeichen für die Städtepartnerschaft. In die Stadtkrippe halten Ochs und Esel Einzug. Die gute Krippen-Verbindung nach Österreich setzt sich fort: Eine historische Landschaftskrippe von 1800 aus dem Salzkammergut kommt samt Krippenexperten Heinrich Neureiter aus Bad Ischl nach Köln und bietet den Kölner Besuchern über 400 handgeschnitzte und –bemalte Figuren auf einer Fläche von 4 qm.



2001 kommt zum ersten Mal Holzbildhauermeister Karl-Heinz Stoll aus dem Ammergau nach Köln und führt beim Schauschnitzen seine große kunsthandwerkliche Fähigkeit vor. Mit der Königin von Saba wird die Kölner Stadtkrippe um eine alttestamentarische Vorläuferin der Heiligen Drei Könige erweitert. Die regelmäßig beim Krippenweg gesammelten Spenden kommen seit 2001 jedes Jahr dem Kinderhilfsprojekt Friedensdorf International in Oberhausen zugute. Die Krippe im Kölner Hauptbahnhof, seit 1999 auch Treffpunkt für die zahlreichen Krippenführungen, wird von den Krippenbauern von St. Elisabeth in Köln-Pesch gestaltet.



2002 erreicht der Kölner Krippenweg 100 Stationen. Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma übernimmt dauerhaft die Schirmherrschaft über den Krippenweg. In der Stadtkrippe wird die Figur des Verkündigungsengels mit dem großen Stern aufgestellt. Am 6. Januar 2003 sind die leibhaftigen Heiligen Drei Könige in prächtigen Gewändern und mit ihren Gaben auf dem Krippenweg unterwegs. Sie sammeln Spenden für Friedensdorf International und begegnen Kindern, die mit Führungen unterwegs sind. Der Landschaftsverband Rheinland wird Veranstaltungspartner und stellt im Deutzer Landeshaus eine große Krippe aus, die von Menschen mit Behinderungen gestaltet wurde.



2003 wenden sich die Kölner Krippenfreunde heimatlichen Themen zu: Die Krippe im Kölner Hauptbahnhof verlagert die Weihnachtsgeschichte ins Siebengebirge. Am Fuße des Drachenfels kommt das Jesuskind in einer Grotte zur Welt. Am Ende des Krippenwegs ist der Boden der Krippe mit Kleingeld und Geldscheinen aus über 40 Nationen bedeckt, darunter Währungen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Die große Außenkrippe von Karstadt wird durch Brandstiftung so stark beschädigt, dass sie im Folgejahr nicht mehr aufgebaut werden kann. Zur Stadtkrippe kommt die Doppelfigur eines Kinderpaares hinzu. Anlässlich des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen wird im Begleitheft zum Krippenweg erstmals der barrierefreie Zugang zu den Krippenstationen gekennzeichnet.



2004 greift der Krippenweg den bevorstehenden Weltjugendtag auf und zeigt im Historischen Kölner Rathaus eine Arbeit der Krippengestalterin Hildegard Neunkirchen aus Unkel. Sie trägt den Titel „Die Jugend sucht den Sinn des Lebens“ und zeigt ganz unterschiedliche junge Menschen an der Krippe. Ein Krippenbauprojekt in Beit Jala bei Bethlehem wird als Außenstation symbolisch in den Krippenweg mit einbezogen. Der evangelische Kölner Pfarrer Rolf Röttgen ist regelmäßig in der Begegnungsstätte „Abrahams Herberge“ in Palästina aktiv und hat dort, angeregt durch seine ehrenamtliche Mitarbeit beim Kölner Krippenweg, über den Sommer mit Kindern und Jugendlichen eine riesige Krippe gebaut. Eine Bild- und Textdokumentation dieses Projektes ist in Köln zu sehen.



2005 geht der Kölner Krippenweg ins zehnte Jahr. Bewährtes setzt sich weiter fort. Die Kölner Stadtkrippe wächst: Ein stattliches Dromedar vervollständigt den Königszug. Das Führungsprogramm wird ausgebaut; seit letztem Jahr werden u.a. Krippentouren für Menschen mit Hörschädigungen angeboten. Kölner Krippenfreunde beteiligen sich verstärkt mit eigenen Arbeiten an der Veranstaltung, so Doris Broicher und Hermann Nick mit ihren kölschen Krippen, in denen die Kölner Originale auftreten und die Weihnachtsgeschichte auf dem Alter Markt oder unter dem Römertor stattfindet. In diesem Jahr jährt sich der Tag, an dem für die Kölner der 2. Weltkrieg zu Ende ging. Den Zeitzeugen dieser Epoche ist die „Friedenskrippe“ im Kölner Hauptbahnhof gewidmet, in der die Menschwerdung Gottes in den Kölner Altstadtruinen neue Hoffnung und neues Leben bietet. Mit dem diesjährigen Plakatmotiv wird der Bogen zurück zu den Anfängen geschlagen: zu sehen ist das Jesuskind, umgeben von Ochs und Esel, den „Ammentieren“, eine Darstellungsform, die bereits von frühchristlichen Sarkophagen in römischen Katakomben bekannt ist.



2007 gestalten die Krippenbauer von St. Elisabeth in Köln-Pesch eine große Krippenszene im Kölner Hauptbahnhof. Zu Maria, Josef und dem Jesuskind kommen anbetend die Kölner Stadtpatrone St. Ursula mit ihren Jungfrauen, St. Gereon mit seinen Legionären und die Heiligen Drei Könige mit Gefolge. Die Krippe nimmt Bezug auf das weltberühmte Gemälde „Altar der Kölner Stadtpatrone“ des mittelalterlichen Meisters Stefan Lochner, welches um 1445 für die Kölner Ratskapelle entstand und sich heute im Dom befindet. Die Kölner Stadtkrippe erhält eine neue Figur. Es handelt sich um ein Lamm, welches an eine Wurzel mit kreuzförmigem Trieb gebunden ist, Christus-Symbol und Sinnbild für die Wurzel Jesse. Eine ganz besondere Kostbarkeit wird in der Kunst-Station St. Peter gezeigt: eine neapolitanische Krippe mit ca. 80 Figuren des 18. und 19. Jh. aus Privatbesitz.



2008 bauen Kölner Krippenfreunde aufgrund der großen Nachfrage zum 3. Mal die Friedenskrippe im Kölner Hauptbahnhof auf. Figuren, Zubehör und ganze Szenen sind ergänzt worden, u.a. wird in der Krippe das „Fringsen“ von Kohle dargestellt. Die detail- und maßstabsgetreue Ausstattung und die Nachbauten von zeittypischen Objekten sind erneut dem Kölner Modellbauer, Restaurator und Krippenfreund Hermann Nick zu verdanken. Auf dem neugestalteten Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt wird eine monumentale Außenkrippe aus Baumstämmen, bearbeitet von dem Südtiroler Herrgottschnitzer Paul Gartner, gezeigt. Im Rahmenprogramm des Krippenwegs werden neue Schwerpunkte gesetzt. Neben Krippenführungen bietet der Veranstalter Krippen-Fotoworkshops, eine Krippensprechstunde, Schauschnitzen und das Sonderpostamt Engelskirchen mit dem Christkind an.


In 2010 feiert der Kölner Krippenweg sein 15jähriges Jubiläum, zu diesem Anlass ist ein besonderes Programm geplant. Darüber hinaus bleibt zu hoffen, dass sich auch in den nächsten Jahren der lebendige, vielfältige, integrative und interessante Charakter des Krippenwegs realisieren lässt. An Ideen, Engagement und Freude an der Sache mangelt es nicht, aber in Zeiten leerer Kassen ist es oft nicht leicht, Kulturveranstaltungen zu finanzieren. All denen, die dies in den vergangenen 14 Jahren ermöglicht haben und vielleicht auch in Zukunft dazu beitragen, ein ganz herzlicher Dank für die Unterstützung.



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