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Grußwort Landschaftsverband Rheinland



Der LVR grüßt herzlich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 16. Kölner Krippenweges.

 

Ich freue mich, dass sich die Tradition einer so umfassenden Krippenausstellung auch in diesem Jahr weiter fortsetzt und auch der LVR erneut daran beteiligt ist. Gerade um die Weihnachtszeit gibt es eine ganze Reihe an Traditionen und Bräuchen. Das LVR-Institut für Regionalgeschichte und Landeskunde hat diese und weitere Gepflogenheiten im Rheinland erforscht:

 

Die Weihnachtskrippe umgibt gleich eine ganze Reihe von Geschichten zu ihrem Ursprung, der sich bis heute nicht klar festlegen lässt. Bis in die jüngste Zeit hält sich jedoch die Vermutung zur Geburtsstunde der traditionellen Weihnachtskrippe im Jahr 1223: so heißt es, dass der heilige Franziskus von Assisi zur Christmette eine Nachbildung der Geburtsgrotte Christi in Bethlehem in der uns bekannten Form der Krippe baute. Spätestens seit dem 19. Jh. finden sich die traditionellen Weihnachtskrippen in unseren Kirchen und zahlreichen Familien.

Faszinierende Erkenntnisse der rheinischen Traditionen und Bräuchen – auch zur Weihnachtskrippe – sind festgehalten in dem Buch des LVR „Rheinische Bräuche durch das Jahr“.

 

Nach den Brauchtums-Forschungen diente die Krippe auch als Hilfsmittel der früheren Adventspädagogik. Die sogenannte Strohhalmkrippe sollte Kinder in der Vorweihnachtszeit unter anderem zu Wohlverhalten ermahnen: Am ersten Adventssonntag wurde dazu auf dem späteren Gabentisch eine leere Krippe aufgestellt. Für jede gute Tat durften die Kinder einen Strohhalm, eine Feder oder ein Stück Watte in die noch leere Krippe legen. Dadurch sollte das Jesuskind zu Weihnachten möglichst weich liegen und mit Hilfe vieler guter Gedanken und Taten im Herzen die Krippe gefüllt werden. In den 1950er und 1960er Jahren war die Strohhalmkrippe in Familien, Kindergärten und Schulen weit verbreitet. In jüngster Zeit erfährt diese Tradition eine beachtliche Wiederentdeckung in den Adventsgottesdiensten und Familien. Ein Trend, der auf die Rückbesinnung auf alte Werte, das Miteinander und den Zusammenhalt schließen lässt.

 

Der LVR zeigt beim diesjährigen Krippenweg bereits zum neunten Mal eine von Menschen mit geistiger Behinderung gebaute Krippe. Über fünf Jahre haben die Gestaltung und die Fertigstellung dieser Krippe und ihrer Figuren gedauert. Seither wurde kontinuierlich an der Erhaltung gearbeitet. Bis zu 1,20 Meter große Holzgerüste dienten dem Bau der Figuren, die anschließend mit Draht und Pappmache modelliert und bemalt wurden. Dieser arbeitstherapeutische Prozess begann zunächst mit Maria, Josef und dem Jesuskind. Es folgten in den darauffolgenden Jahren der Esel, die Schafe, der Engel und zuletzt das Kamel. Das Ergebnis zeugt von viel Phantasie und Kreativität der Menschen mit Handicap und ihres Betreuerteams und ist zugleich ein Beispiel dafür, wie wichtig dem LVR die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien von Herzen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2012.

 

Ihre


Ulrike Lubek

LVR-Direktorin



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